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Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom - Therapie

Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen und der Verdacht auf einen Eierstockkrebs vorliegt, kann die Therapie besprochen werden. Die Untersuchungen geben keine 100prozentige Sicherheit, sondern untermauern lediglich eine Verdachtsdiagnose. Sicherheit über die Diagnose gibt erst die Operation mit der histologischen Untersuchung.

Die Behandlung des Ovarialkarzinoms besteht aus verschiedenen Bereichen:
  • der Operation
  • der Chemotherapie
 

Operation

Bei der Operation wird eine so genannte Laparotomie (Bauchschnitt) vorgenommen: Man sichert erst intraoperativ die Diagnose, das heißt während der Operation wird ein Stück Gewebe entnommen und zur Untersuchung in die Pathologie gegeben. Der Pathologe untersucht die Probe noch während der Operation feingeweblich und teilt mit, ob es sich tatsächlich um Eierstockkrebs handelt. Nur bei gesicherter Diagnose, d.h., wenn es sich nachweislich um ein Ovarialkarzinom handelt, wird wie im Folgenden dargestellt operiert.

Das Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors aus dem Bauchraum. Es werden beide Eierstöcke entfernt, die Gebärmutter, das große Bauchnetz, Teile des Bauchfells und in bestimmten Situationen auch die Lymphknoten an den großen Blutgefäßen. Das weitere Ausmaß der Operation richtet sich nach der Ausdehnung des Tumors und nach dem Tumortyp. Es können z.B. auch Darmteilresektionen oder die Entfernung des Blinddarms erforderlich sein um den Tumor vollständig zu entfernen.

Welche Folgen hat die Operation?
Die Beschwerden, die nach einer Operation zur Behandlung von Eierstockkrebs auftreten können, hängen davon ab, wie umfangreich die Operation sein musste.

Durch Irritation oder Verletzung von Nerven während der Operation können Entleerungsstörungen der Blase oder des Darms auftreten. Diese treten eher selten auf, bessern sich meist spontan, können aber auch über Wochen oder Monate andauern.

Wenn Darmanteile entfernt werden müssen, kann es selten notwendig sein, passager (d.h. für einige Monate) oder endgültig einen künstlichen Darmausgang (Anus praeter) anzulegen. In der Regel kann dieser später operativ wieder rückverlegt werden.

Weitere Folgen der Operation können Verwachsungen im Operationsbereich sein, die unangenehme Empfindungen oder Schmerzen verursachen können.

Durch die Entfernung der Eierstöcke werden jüngere Frauen, die noch nicht im Klimakterium sind, in die Wechseljahre (Menopause) versetzt. Die Folge können typische Wechseljahresbeschwerden sein. Diese äußern sich in Form von Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Diese Beschwerden können oft durch die Einnahme von Medikamenten gelindert werden.

Chemotherapie

Ist die Operation erfolgt und liegt die endgültige Histologie vor, wird mit der Patientin die Chemotherapie besprochen. Die Chemotherapie ist bei den meisten Eierstockkrebserkrankungen notwendig. Sie zielt darauf ab, eventuell noch verbliebene Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die in besonderem Maße auf Krebszellen zutrifft. Welche Chemotherapie in Frage kommt, hängt von der körperlichen Verfassung und von eventuellen Begleiterkrankungen ab. Die Standardtherapie besteht aus einer Kombinationstherapie mit zwei Medikamenten (Carboplatin und Paclitaxel), die 6 Mal in einem Abstand von 3 Wochen gegeben werden.

Nebenwirkungen der Chemotherapie
Durch die Behandlung mit Zytostatika wird auch normales Gewebe, das sich stets erneuert, in Mitleidenschaft gezogen. Davon betroffen sind in erster Linie die Schleimhäute von Magen und Darm, das Blut bildende System im Knochenmark und die Haarwurzeln. Mögliche Begleiterscheinungen der Chemotherapie sind daher Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Haarausfall und selten auch Fieber oder erhöhte Infektanfälligkeit.

Die Nebenwirkungen lassen sich zum größten Teil medikamentös lindern und verschwinden in der Regel wieder, wenn keine Zytostatika mehr verabreicht werden; z.B. setzt das Haarwachstum sofort nach einer Chemotherapie wieder ein.

Antikörpertherapie

Aktuelle Studien konnten zeigen, dass durch das Hinzufügen des Wirkstoffes Bevacizumab zur oben genannte Chemotherapie die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung verlängert werden kann. Bevacizumab ist eine so genannte „zielgerichtete Therapie“. Krebszellen müssen für ihr Wachstum neue Blutgefäße (Angiogenese) bilden, um zu überleben. Bevacizumab behindert diese Neubildung von Blutgefäßen. Durch diese so genannte Anti-Angiogenese wird die Blutzufuhr zum Tumor reduziert, was wiederum Einfluss auf die Fähigkeit des Tumors nehmen kann, zu wachsen und zu streuen.

Die Antikörpertherapie mit Bevacizumab wird für die Behandlung des fortgeschrittenen Eierstockkrebses von den Krankenkassen übernommen.

Wie wird ein Rückfall (Rezidiv) behandelt?

Rezidive können beim Eierstockkrebs auch nach kompletter Operation und Chemotherapie entstehen. Je nachdem wann und wie diese auftreten, können eine erneute Operation und/oder einen erneute Chemotherapie erforderlich werden. Bei solch fortgeschrittener und wiederkehrender Erkrankung geht es in erster Linie um eine Begrenzung des Tumors, einer Linderung der Beschwerden und eine Lebensverlängerung. Eine komplette Heilung ist nach einem Rückfall nur selten möglich.

(red)


 
Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Version 1.0 - Juni 2013. Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft e.V.  und  Deutschen Krebshilfe e.V, Zuckschwerdt Verlag GmbH

Fachliche Beratung
Prof. Schmalfeldt Universitätsfrauenklinik München Prof. Sehouli
Universitätsfrauenklinik Berlin
Dr. Thiel, MBA
Universitätsfrauenklinik Erlangen




Aktualisiert am: 27.02.14 - 14:55



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