Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) kann prinzipiell in jedem Bereich des Organs auftreten. Bei weitem am häufigsten betroffen ist der Kopfanteil der Bauchspeicheldrüse. Die zahlreichen Formen von Bauchspeicheldrüsenkrebs gehen von verschiedenen Gewebetypen aus.
Über 95 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkarzinome entstehen durch die bösartige Umwandlung von Zellen, die die kleinen Ausführungsgänge des Speichel bildenden Drüsenanteils auskleiden (duktale exokrine Tumoren). Unter ihnen sind die sog. Adenokarzinome am häufigsten: Sie machen etwa 80 bis 90 Prozent aller Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse aus. Seltener sind Cystadenokarzinome, die ebenfalls aus den Gangzellen hervorgehen (ca. sechs Prozent aller Pankreaskarzinome), und acinäre Tumoren, die von den Acini, den Enzym produzierenden Drüsenendstücken des Pankreasgangsystems, ausgehen.
Sog. endokrine Tumoren machen etwa fünf Prozent der Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse aus. Sie können u.a. von den Hormon produzierenden Zellen der Langerhans-Inseln ausgehen, die verstreut innerhalb der Drüsenläppchen sitzen.
Häufigkeit
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist mit einem Anteil von etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland relativ selten. Jedes Jahr erkranken hier rund 6.300 Männer und 6.600 Frauen daran. Zum Vergleich: An
Brustkrebs erkranken allein in Deutschland jährlich mehr als 57.200 Frauen, an
Dickdarmkrebs jeweils rund 37.200 Männer und 36.000 Frauen.
Allerdings ist Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders bösartig: Er ist für etwa sechs Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich und stellt bei Frauen die vierthäufigste und bei Männern die fünfthäufigste Krebstodesursache dar.
Die meisten Betroffen erkranken im höheren Lebensalter. Das mittlere Erkrankungsalter liegt unter Männern bei 68 Jahren und unter Frauen bei 76 Jahren.
(red)
Fachliche Beratung
Prof. Hohenberger
Chirurgische Klinik mit Poliklinik
der Universität Erlangen-Nürnberg