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Darmkrebs, Kolonkarzinom - Ursache und Risikofaktoren

Ballaststoffreiche Kost senkt das Darmkrebsrisiko
Wie entsteht Darmkrebs?

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Man weiß inzwischen jedoch, dass prinzipiell mehrere Ursachen verantwortlich sind. Diese führen zu einer über das normale Maß hinausgehende Vermehrung der Zellen in der Darmschleimhaut. Gerät das Wachstum der Zellen ganz außer Kontrolle, entsteht Krebs.

Die Umwandlung von gesunden Darmzellen in Krebszellen erfolgt häufig über gutartige Vorstufen, die so genannten Darmpolypen (Adenome). Das sind pilzähnliche Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die in den Darmraum hineinwachsen. Etwa 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen dadurch, dass diese Polypen entarten, ihre Zellen also zu Krebszellen umgewandelt werden.

In selteneren Fällen ist eine Veränderung im Erbgut bereits bei der Geburt vorhanden. Dann sind Darmkrebserkrankungen in der Familie sehr häufig. Man schätzt, dass insgesamt etwa 10 - 15 Prozent aller Darmkrebserkrankungen auf solche erblichen Vorbelastungen zurückgehen.

In den meisten Fällen lässt sich jedoch keine einzelne Ursache für die Krebsentstehung benennen. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das persönliche Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen. Oft besteht eine Veranlagung. Hinzu kommen in erster Linie bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Auch Menschen mit gutartigen oder entzündlichen Darmerkrankungen sind gefährdet.

Ein erhöhtes Risiko haben Menschen,
  • die an einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut (insbesondere Colitis ulcerosa) leiden, vor allem wenn die Krankheit bereits länger als zehn bis fünfzehn Jahre besteht und einen großen Teil des Dickdarms betrifft.
  • die selbst oder nahe Verwandte mit Darmpolypen haben oder hatten.
  • Bei Vorliegen einer Familiären adenomatöse Polyposis, (genannt FAP).
  • in deren Familie bereits Darmkrebs aufgetreten ist, insbesondere wenn die Betroffenen bei Krankheitsbeginn jünger als 50 Jahre alt waren. Die Veranlagung zu dieser Krebsart kann vererbt werden.
  • die selbst oder deren nahe Verwandte an anderen Krebsarten, zum Beispiel Brust-, Eierstock oder Gebärmutterkrebs, erkrankt sind.
  • die am Gardner-Syndrom erkranken.
  • die am Peutz-Jeghers-Syndrom erkranken.
  • die am HNPCC (Lynch-Syndrom) erkranken.
  • mit ungünstigen Ernährungsgewohnheiten, wie z.B. zu fettreiche und faserarme Kost. Ebenso in der Diskussion befinden sich stark gesalzenes, gepökeltes oder geräuchertes als möglichen Auslöser für Darmkrebs.
  • mit Übergewicht und Bewegungsmangel und Nikotinsucht.

(red)



Quellen:
W. Schmiegel et al.: S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“. Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007, in: Der Gastroenterologe 2008, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart, Bd. 46, S. 1-73
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
PD Dr. Ullrich Graeven
Kliniken Maria Hilf GmbH, Mönchengladbach


Aktualisiert am: 30.03.11 - 13:19



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