Sie befinden sich hier:
Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

Brustkrebs, Mammakarzinom - Früherkennung

Brustkrebsvorsorge und -früherkennung

„Ich war letzte Woche zur Vorsorge bei der Gynäkologin“, erzählt eine Freundin. Das ist nicht ganz richtig ausgedrückt: Sie war bei der Früherkennung – und das ist keine Vorsorge im Sinne von Vorbeugung. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt kann nicht dafür Sorge tragen, dass kein Krebs entsteht, sondern ihn nur so früh wie möglich entdecken. Das ist allerdings schon viel, weil sich Brustkrebs heute besser behandeln lässt denn je. In vielen Fällen (aber nicht immer) gilt: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung.

Doch auch wirkliche Vorsorge ist möglich. Sie beginnt nicht in der Frauenarzt-Praxis, sondern in Ihren vier Wänden, bei der Arbeit, in Ihrer Freizeit. Ein gesunder Lebensstil und die Vermeidung beeinflussbarer Risikofaktoren senken die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken.

Früherkennung der gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen. In welchen Intervallen und was genau untersucht wird, ist abhängig vom Alter der Frauen.

Frauen zwischen 30 und 49 und ab 70 Jahren
Einmal jährlich werden die Brustdrüsen und die Lymphknoten in den Achselhöhlen abgetastet, die Form und Größe der Brust und Brustwarzen kontrolliert. Die Ärztin oder der Arzt informiert die Patientin über das Ergebnis und gibt ihr Anleitungen zur regelmäßigen Selbstuntersuchung.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren
Alle zwei Jahre werden Frauen dieser Altersgruppe per Brief zum Mammographie-Screening, dem Röntgen der Brust, eingeladen. Diese Reihenuntersuchung ist mittlerweile in Deutschland fast flächendeckend verfügbar und trägt dem hohen Risiko Rechnung, in diesem Alter erstmals an Brustkrebs zu erkranken. Nach der Mammographie werden die Frauen über die Ergebnisse informiert und ggf. bei einem auffälligen Befund zum weiteren Vorgehen beraten.

Früherkennung bei erblicher Vorbelastung
Für Frauen, in deren Familie gehäuft Brustkrebs in jungem Alter vorkommt und die somit ein erblich bedingtes erhöhtes Brustkrebsrisiko tragen, wird bereits ab dem 25. Lebensjahr neben der Selbstuntersuchung auch die regelmäßige Tastuntersuchung durch die Ärztin oder den Arzt und einmal pro Jahr eine Kernspintomographie empfohlen. Ab dem 25. Lebensjahr sollen alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen werden. Zudem wird jährlich eine Mammographie gemacht, bei guter Beurteilbarkeit ab dem 30. Lebensjahr, ansonsten ab dem 35. Lebensjahr.

Da diese Frauen auch ein erhöhtes Risiko für einen Eierstockkrebs haben, wird außerdem die vaginale Untersuchung und der vaginale Ultraschall ab dem 25. Lebensjahr alle sechs Monate empfohlen.

(pp)



Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, W. Zuckschwerdt Verlag 2008
AGO e.V. (Hrsg.): Empfehlungen Gynäkologische Onkologie der Kommission Mamma, www.ago-online.de/index.php?lang=de&site=mamma_guide_topical&topic=mamma_guide, Stand Juli 2010
U.-S. Albert (Hrsg.): Stufe-3-Leitlinie, Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland, W. Zuckschwerdt Verlag 2008
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Matthias M. Beckmann,
Universität-Frauenklinik Erlangen


Aktualisiert am: 25.03.11 - 11:55



eMagazin gelb (BMS)
Zweiter Atem
Darmkrebszentrale 2011
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->
Monatsthema
Thema im Februar: Krebs durch Lifestyle? U.a. mit einem Interview zu möglichen Gefahren fehlerhafter Brustimplantate.