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Blasenkrebs, Harnblasenkrebs, Blasenkarzinom
Harnblasenkarzinome sind bösartige Neubildungen der Harnblase. Rund drei Viertel der Patienten weisen bei der Erstuntersuchung einen oberflächlich gelegenen Tumor auf, bei dem restlichen Viertel ist der Tumor bereits in die Muskulatur eingewachsen oder hat auf andere Organe übergegriffen (invasiver Tumor). Männer sind häufiger betroffen als Frauen, außerdem steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Lebensalter. Zu den begünstigenden Faktoren zählen chronische Blasenentzündungen, das Rauchen, die Einnahme bestimmter Medikamente und der Kontakt mit verschiedenen Chemikalien. In Gebieten wie Afrika, Asien und Südamerika zählt die Bilharziose zu den häufigsten Ursachen des Blasenkrebses. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die von Würmerlarven in warmen Gewässern ausgelöst wird
Ein typisches Symptom beim Blasenkarzinom ist die Blutbeimengung im Urin (Hämaturie), die häufig schmerzlos ist. Die wichtigste Untersuchung zur Diagnosesicherung ist die Harnblasenspiegelung mit der Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Dabei werden, wenn es sich um einen Tumor handelt, die Tumorart und die Eindringtiefe beurteilt. Mithilfe der Computertomographie und Urographie (Kontrastmittel-Röntgen) wird festgestellt, ob sich der Tumor auf umliegendes Gewebe ausgebreitet oder andere Organe befallen hat.
Die Therapie hängt von der Tumorart sowie seiner Lage und Ausbreitung ab. Nichtinvasive, oberflächliche Karzinome können operativ durch die Harnröhre entfernt werden. Beim invasiven Blasenkrebs hingegen muss die Blase komplett entfernt werden.
Häufigkeit
Harnblasenkarzinome machen etwa 3% aller bösartigen Tumore aus. In Deutschland erkranken nach Angaben des Robert Koch-Instituts jedes Jahr knapp 30.000 Personen an einem bösartigen Tumor der Harnblase. Männer sind etwa zweieinhalb Mal so häufig betroffen wie Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt für Männer bei 70 und für Frauen bei 73 Jahren.
(red)
Quellen:
[1] R. Andreesen, A. Böhle, C. Bokemeyer et al.: Harnblasenkarzinom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2005
Fachliche Beratung
PD Dr. Jan Lehmann
Urologische Gemeinschaftspraxis
Kiel
Linktipps:www.selbsthilfe-bund-blasenkrebs.de
Der Selbsthilfe- Bund Blasenkrebs e.V. ist ein Verein, der sich mit der Patientenaufklärung beschäftigt. Ziel der Seite ist es, möglichst umfassende Informationen für Patienten und deren Angehörige über die Krankheit und deren Therapiemöglichkeiten bereitzustellen.
Aktualisiert am: 10.08.10 - 13:56