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Ergebnisse des Brustkrebs-Kommunikationspreises 2005

Es war der Jury nicht leicht gefallen, unter den rund 40 verschiedenen eingesandten Projekten die Preisträger zu identifizieren. Aber da in einem solchen Wettbewerb leider nicht jeder einen Preis erhalten kann, hatte sich die Jury nach langer Diskussion darauf geeinigt 2 Preisträger zu benennen. Dies war zum einen Frau Caroline Schegg und zum anderen mamazone e.V. ! Eine weitere Projektidee der Patienteninitiative Brustkrebs Deutschland konnte zwar leider noch keinen Preis erhalten. Sie wird jedoch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und anderen Partnern in einem gemeinsamen Projekt weiterentwickelt werden.


Projekte von mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.

"Bewusstsein-gegen-Brustkrebs-Shirt”

mamazone hat – gemeinsam mit der Hamburger Werbeagentur Unterweger und Partner – eine sehr aufmerksamkeitsstarke Früherkennungskampagne entwickelt, die aufrüttelt.

Im Mittelpunkt ein T-Shirt-Motiv als „Hingucker“ – mit der Aufzählung „BUSEN. TITTIS. MELONEN. DINGER. KNOSPEN. BÄLLE. MÖPSE. GLOCKEN. BRÜSTE. “ Eine Aufzählung, die dann unvermittelt von einer roten Ablationarbe beendet wird und mit der Frage „Kennen Sie Ihr Brustkrebsrisiko?“ schließt. Das ursprünglich für eine große medikamentöse Präventionsstudie der deutschen Studiengruppe German Breast Group (GBG GmbH) entwickelte
Werbemotiv stieß bei einigen unter den anwesenden Ärzten auf heftiges Entsetzen und der Entwurf fiel zunächst durch. Nur die Patientinnenvertreterin im Steering-Komitee – Autorin Ursula Goldmann-Posch – wusste in diesem Augenblick, dass das Motiv alle Bevölkerungsschichten unwiderstehlich zum Hingucken bewegen würde. „Frau Goldmann-Posch, was haben Sie denn für einen Umgang“, fragte entsetzt ein junger Oberarzt aus München, ebenfalls Mitglied im Komitee,
die Patientinnenvertreterin. „Ich habe keinen Umgang, ich habe Brustkrebs“, antwortete diese, „und ich weiß, was die Betroffenen und diejenigen, die schon morgen betroffen sein könnten, vertragen können.“

Das T-Shirt löste mitunter heftige emotionale Reaktionen aus und erfüllte damit genau seinen Zweck: Aufmerksamkeit zu erregen, Bewusstsein zu schaffen und den Busen-Sexismus mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen.

Seit 2002 ist es im Umlauf. Rund 2000 T-Shirts in den Größen S, L, XL und XXL wurden bis zum heutigen Tag an Frauenärztinnen und Frauenärzte, Patientinnen, Journa-listinnen, Pharmareferentinnen, Arztgattinnen, Politikerinnen, gesunde Frauen mittleren Alters und junge Mädchen verschenkt oder für zehn Euro verkauft. Das Brustkrebs-Awareness-T-Shirt von Deutschlands größter Brustkrebs-Patientinnen-Initiative mamazone schlug ein wie die Diagnose Brustkrebs selbst: wie eine Bombe.

Die Frauenzeitschrift „Für Sie“ berichtete in ihrer Online-Ausgabe über die T-Shirt-Kampagne, das Magazin „Der Spiegel“ schaltete in seiner Nr. 34 vom 18. August 2003 pro bono eine ganzseitige Anzeige mit dem mamazone-Shirt. Aus den Niederlanden kam die Bestellung einer Modefirma (www.lobstar.nl), die eine Kollektion für einbrüstige Frauen macht. Der Erfolg des erfolgreichen Werbemotivs von mamazone für mehr Bewusstsein im Umgang mit der eigenen Brust soll in Zusammenarbeit mit Unterweger und Partner fortgesetzt werden: In den kommenden Monaten sind weitere Aktionen in Film- und SMS-Version geplant.

"mamazone-Mobil"

Brustkrebs ist nicht nur ein Kommunikationsproblem der Zelle, auch qualitätsgesicherte Informationen zu Brustkrebs werden bei uns zu wenig kommuniziert, denn nach wie vor ist das Thema in Deutschland zu sehr in der „Tabuzone“. Das mama-zone-Mobil schafft hier Abhilfe.

mamazone setzt sich mit dem mamazone-Mobil in einer Art Pionierinnenarbeit dafür ein, dass Frauen in verständlicher Sprache landauf, landab ganz selbst-verständlich über Brustkrebs informiert werden. Zum Beispiel in der Einkaufspassage, auf dem Marktplatz, vor der Apotheke oder auch vor dem Rathaus, beim Marathon und bei anderen Lauf-Events ist das mamazone-Mobil mit den engagierten Patientinnen, die oft eine Spezialistin oder einen Spezialisten aus der Brustmedizin mit an Bord haben, umlagerter Mittelpunkt. In behutsamen Gesprächen werden unzählige Fragen beantwortet und Mengen von Informations-material wird verteilt, darunter als Arbeitswerkzeug im mamazone-Mobil ein attraktiver „Brustpass“. Mit diesem kleinen Brustpass gelingt es mamazone, die überlebenswichtige Früherkennung ins Bewusstsein zu bringen und den Frauen auch gleich die zurzeit wichtigsten Hinweise zu Screening und Brustzentren an die Hand zu geben. Mit dem mamazone-Mobil unterwegs, das bedeutet: Kommunikation zwischen Frauen, Medizin und Patientinnen zum Anfassen. Viele
Hilfsmaßnahmen für Frauen mit Brustkrebs prägen sich ein und kommunizieren exemplarisch: Wir können es schaffen, mit dieser Krankheit besser zu leben.
Brustkrebs – der Albtraum vieler Frauen und dennoch ein Tabu: 47.000 Frauen werden jedes Jahr in Deutschland mit dieser Diagnose konfrontiert, 19.000 Frauen pro Jahr sterben an diesem Frauenkiller Nummer 1 für Frauen in der Altersgruppe der 35- bis 55-Jährigen.

mamazone wartet nicht nur, bis man auf sie zukommt. Mit ihrem Info-Bus mamazone-Mobil touren geschulte Mitar-beiterinnen von mamazone – selbst erfahrene Patientinnen – sowie führende Experten auf dem Gebiet der Brustkrebs-medizin durch die Lande, um gesunde wie auch kranke Frauen an Orten aufzusuchen, wo Informationen zum Thema Brustkrebs Mangelware sind. Info-Busse zu speziellen Gesundheitsthemen gibt es immer häufiger. Aber: Sie fahren
meist nur durch Großstädte. Weniger attraktive Vororte, kleinere Städte und Dörfer bleiben meist links liegen.

Die Patientinnen-Initiative mamazone möchte genau dort hin, wo es wenig Informationen über Brustkrebs gibt. Unter dem Motto „Alles, was Sie über Brustkrebs wissen müssen – die wichtigsten Fragen von Frauen“ fährt das mamazone-Mobil mit einer Aufklärungskampagne durch die Lande, die sich
besonders an gesunde Frauen wendet. Hier tritt das mamazone-Mobil, ein gasbetriebener Fiat Multipla, mit einem reichhaltigen Angebot an Informationen, Beratung und einem Film zum Thema auf. mamazone möchte nicht nur die Patientinnen von heute, sondern auch diejenigen erreichen, die schon morgen
betroffen sein könnten, und sie ermutigen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Mit konkretem Wissen gegen die nebulöse Angst vor Brustkrebs angehen, dafür wollen wir Frauen das nötige Rüstzeug an die Hand geben. Das mamazone-Mobil
wurde durch den Verkauf von goldenen und silbernen Brustkrebsschleifen des Kosmetikkonzerns AVON ermöglicht. Der silbergraue Fiat Multipla mit der Aufschrift mamazone-Mobil ist optimal ausgestattet: mit einem Faltstand zum
raschen Aufbau an der Straße oder in der Einkaufspassage, Leinwand und Beamer, um kleine Filme oder Präsentationen zu zeigen, einem Laptop und selbstverständlich jeder Menge Informationsmaterial zum Mitnehmen.

Das mamazone-Mobil machte in den Jahren 2003 und 2004 auf Wochenmärkten (u. a. Erkelenz und Deggendorf), in Einkaufszentren (Merseburg und Königs Wusterhausen) und bei Frauenläufen (Berlin und Frankfurt) im gesamten Bundes-gebiet 20-mal Station. Zahllose Betroffene, Angehörige und gesunde Frauen konnten dabei von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Brustkrebsspezialisten informiert und beraten werden.

Für 2005 lagen  zahlreiche Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet vor. Diese Anfragen wurden von Gesundheitsämtern, Gleichstellungsstellen, Selbsthilfegruppen, aktiven mamazone-Mitgliedern und Kliniken an mamazone gerichtet. Das Projekt mamazone-Mobil wird ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit realisiert. mamazone kann damit im Jahr bisher ca. 12–15 Termine wahrnehmen.

Der Fiat Multipla war im November 2002 eine Spende des Kosmetikkonzerns AVON. Die Innenausstattung, ein Faltstand, Leinwand und Beamer wurde von ORTHO BIOTECH gesponsert. Für das Jahr 2005 hat die Firma AVON erneut
ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

 

Carolina Schegg - Filmprojekt "Stages"

Das Thema "Krebs" wurde bereits in einigen Filmen behandelt. Im Zentrum stehen dabei meist das Drama der Erkrankung oder die Auseinandersetzungen der Betroffenen damit. Es geht um das Sterben oder um das Gesund werden.

Wir wollten aber keinen Film über "Brustkrebs" drehen. Wir möchten bei diesem Film den Fokus auf das Leben richten. Als Betroffener oder Angehöriger setzt man sich tagtäglich viel mehr damit auseinander, was es bedeutet zu leben. Und so beginnt unsere Geschichte da, wo viele andere aufhören: Nach dem Abschluss der Therapie. Dann, wenn es wieder heißt: "Zurück ins Leben!"

Dies aufzugreifen und zu thematisieren wird oft vergessen. Unsere Hauptfigur Ina muss mit einer scheinbar "unheilbaren" Krankheit leben. Was geschieht mit ihr, wenn die Medizin alles für sie getan hat, was in ihrer Macht stand? Was heißt es nicht zu wissen, ob und wie lange man "gesund" bleibt?

Die tägliche Konfrontation mit sich selbst, mit dem eigenen Umfeld, mit einer großen Unbekannten. Kann man lernen die Krankheit zu akzeptieren, ohne sich von ihr "überwältigen" zu lassen?

Wir wollen mit diesem Film keine Lösungen aufzeigen. Jede Krankheits-geschichte ist individuell und nicht auf andere anwendbar. Jeder Krebspatient
erlebt seine Krankheit anders, und jeder muss seinen Weg selber finden. So tut dies auch unsere Hauptfigur "Ina". Was wird unsere Hauptfigur erleben und wie wird sie ihr Leben meistern?

Es ist eine Geschichte von vielen. Ein Leben, eine Figur, welche einen manchmal nachdenklich stimmt, dann wieder zum Lachen bringt. Eine Geschichte, die nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

Kurzinhalt

Orientierungslos landet die dreiundzwanzigjährige Ina nach einer Brustkrebstherapie wieder in ihrem "alten" Leben. Vieles ist genauso wie vorher: die gemütliche Dachgeschosswohnung in der Altstadt, der liebevoll besorgte Freund und die nervöse Familie.

Doch Ina ist nicht mehr dieselbe. Nachdem sie die endlos scheinende Therapie erst einmal hinter sich gebracht hat, will sie nun das Leben in vollen Zügen genießen. Und nicht mehr an den Brustkrebs denken. Dazu gehört, dass sie sich endlich ihren großen Traum erfüllen möchte: Schauspielerin zu werden. Mit etwas "Glück" erhält sie ein Engagement am Theater. Alles scheint perfekt zu sein. Sie freundet sich mit Klara, der Regieassistentin, an und auch die Theaterproben sind zu Beginn kein Problem.

Doch was so hoffnungsvoll beginnt, entpuppt sich schnell als weitaus komplizierter als Ina erwartet hatte. Ben, ihr Freund, ist absolut nicht begeistert von Inas Theaterplänen. Und auch die Freundschaft mit Klara wird auf eine harte Probe gestellt, als auffliegt, dass Inas Bewerbungsunterlagen frei erfunden waren. Schließlich muss sie erkennen, dass sie nicht einfach vor ihrer Krankheit davonlaufen kann - und dass trotzdem ein Neuanfang möglich ist... (am Ende dieser Seite finden Sie eine Langversion des Inhalts als Download).

Produktionsnotizen

"Stages" ist ein Diplomspielfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Für Marek Beles (Regie), Carolina Schegg (Produktion), Igor Dovgal (Produktion) und Ana Rocha Fernandes (Szenenbild) ist dieser Film die Abschlussarbeit ihres Studiums an der Filmakademie. Das Drehbuch stammt von Nadine Fiebig und Kamera führt Andrea Gatzke, beide ebenfalls Studentinnen an der Filmakademie. Das Team wird ergänzt durch Studenten anderer Hochschulen aus der Schweiz und Deutschland mit medialer und gestalterischer Ausrichtung.

Dass der Film "Stages" eine interessante Geschichte sein könnte, hat bereits der Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg erkannt, als er 2003 den "Caligari Förderpreis" für das Exposé von "Stages" an Carolina Schegg überreichte. Der Caligari Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und bildete den Grundstein der zusätzlichen Finanzierung für den Film. In der einjährigen Vorbereitungsphase konnten die Producer Carolina Schegg und Igor Dovgal das Schweizer Fernsehen DRS, weitere Förderer und namhafte Sponsoren mit der Idee eines etwas anderen Zugangs zum Thema "Krebs" für das Filmprojekt gewinnen.

"Stages" ist nicht an einem Tag entstanden. Nach dem Treatment wurden verschiedene Drehbuchversionen entworfen, diese wieder abgeändert und zum Teil auch verworfen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Nadine Fiebig und Marek Beles, aber auch mit Carolina Schegg und Igor Dovgal - welche die Idee für "Stages" hatten - hat sich gelohnt. "Stages" ist keine Geschichte über Krebs geworden, sondern über das Leben. Die vier haben all ihre Energie und Freude in dieses Projekt gesteckt, was in der Geschichte von der jungen Schauspielerin Ina zum Ausdruck kommt.

Für die Hauptrolle "Ina" konnte die charismatische junge Schauspielerin Anna Brüggemann gewonnen werden. Das Ensemble ergänzen Katrin Bühring als die Theaterregieassistentin "Klara", Johannes Allmayer als ihr Freund "Ben", Heiner Heusinger als "Regisseur Jelinek", Barbara Schnitzler als "Ina's Mutter", Frank-Otto Schenk als "Ina's Vater" und Jan Neuenschwander als der "Junge auf der Dachterrasse". Verantwortlich für das Casting waren Anja Dihrberg Casting in Berlin und Corinna Glaus Casting in Zürich.

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Aktualisiert am: 30.04.09 - 11:02



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