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SABCS 2011

34th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium


Expertenrunde Mammakarzinom
Expertenrunde: Neue Daten zur Therapie des Mammakarzinoms
Im Mittelpunkt der Expertenrunde stehen neue Studienergebnisse, die beim SABCS vorgestellt wurden. Viele von ihnen, wie die Daten zur Axilladissektion oder zum Nutzen von Bisphosphonaten, haben eine weitreichende Bedeutung für die klinische Praxis. Als Highlights hoben die Experten die deutschen Beiträge zur neoadjuvanten Therapie hervor, die als richtungsweisend gelten und auch international große Beachtung fanden. Weitere Themen sind u.a. neue zielgerichtete Substanzen im metastasierten Stadium, die Kombination von Fulvestrant und Anastrozol bei endokrin nicht vorbehandelten Patientinnen, die duale Blockade mit Pertuzumab und Trastuzumab in der metastasierten Situation, Genomanalysen von Metastasen und neueste Ergebnisse zu möglichen Umweltfaktoren, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen können.
Expertenrunde Mammakarzinom
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Günther Emons (Göttingen)
  • Prof. Nadia Harbeck (Köln)
  • Prof. Christian Jackisch (Offenbach)
  • Prof. Wolfgang Janni (Düsseldorf)
  • Prof. Manfred Kaufmann (Frankfurt/M.)
  • Prof. Christoph Thomssen (Halle/S.)



Adjuvante Therapie
Anti-Tumor-Aktivität von Bisphosphonaten
Mit der Vorstellung der Ergebnisse einiger großer Studien konnte einige Fragen hinsichtlich der Anti-Tumor-Effektivität von Bisphosphonaten geklärt werden. Während orale Präparate wenig bis keinen zusätzlichen Nutzen zur adjuvanten Therapie erbrachten, führte i.v. Zoledronsäure bei Patientinnen mit niedrigem Östrogenspiegel zu einer Reduktion des Rezidivrisikos und zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens.
Aspekte zur adjuvanten HER2-Therapie
Wenn auch der Fokus des SABCS 2011 eher auf der neoadjuvanten Therapie lag, gab es auch einige interessante Aspekte zur Adjuvanz, unter anderem zur Therapie von Borderline-HER2-Tumoren sowie zur sekundären adjuvanten Therapie mit Lapatinib bei Trastuzumab-naiven Patientinnen.


Neoadjuvante Therapie
Ansprechen der neoadjuvanten Therapie mit Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel abhängig vom Grad der HER2-Expression
In der Biomarkeranalyse der Phase-II-Studie zum neoadjuvanten Einsatz von Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel (NeoSphere) korreliert das Erreichen einer pCR mit der Expressionsstärke des HER2-Membranproteins. Daneben scheint der PI3K-Mutationsstatus das Therapieansprechen zu beeinflussen.
Responseadaptierte neoadjuvante Chemotherapie mit Vorteilen
Eine an das Ansprechen nach zwei Zyklen TAC angepasste neoadjuvante Chemotherapie kann bei lokal fortgeschrittenem Mammakarzinom das krankheitsfreie und das Gesamtüberleben verlängern. Das belegen Ergebnisse der GeparTrio-Studie, die auf dem SABCS 2011 präsentiert wurden.
TRYPHAENA-Studie: Phase-II-Studie zur neoadjuvanten Therapie mit Pertuzumab
Eine neue Phase-II-Studie untersucht die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer neoadjuvanten Therapie mit Pertuzumab und Trastuzumab in Kombination mit einer anthrazyklinhaltigen oder anthrazyklinfreien Chemotherapie. Im Fokus steht vor allem die kardiale Sicherheit.


Metastasiertes Mammakarzinom
Progressionsvorteil durch Pertuzumab
Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-positiven Brustkrebs profitieren signifikant von der zusätzlich Gabe von Pertuzumab zur Standardtherapie Trastuzumab plus Docetaxel, wie die Ergebnisse der CLEOPATRA-Studie eindrucksvoll belegen.
Verlängertes PFS unter Everolimus + Exemestan
Primär hormonsensitive Patientinnen werden häufig nach einiger Zeit refraktär, was den Therapieerfolg deutlich limitiert. Die zeitgleiche Blockade zweier Pathways mit Everolimus plus Exemestan könnte beim fortgeschrittenen hormonresistenten Mammakarzinom die Resistenzmechanismen durchbrechen, wie aktualisierte Daten der BOLERO-2-Studie erneut eindrucksvoll belegen.
Überlebensvorteil für Anastrozol plus Fulvestrant versus Anastrozol allein
Die kombinierte Gabe von Fulvestrant und Anastrozol beim fortgeschrittenen Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom kann offensichtlich signifikant wirksamer das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern und das Gesamtüberleben verbessern als die Monotherapie mit Anastrozol, wie eine internationale Forschergruppe auf dem SABCS 2011 darlegte.



Aktualisiert am: 23.02.12 - 11:59



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