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ECCO 15 - 34th ESMO Multidisciplinary Congress

ESMO / ECCO 2009


Prof. Dr. Michael Untch kommentiert
Lapatinib: Second-Line-Standard nach Versagen von Trastuzumab
Lapatinib wird in Kombination mit Capecitabin zur Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasiertem, ErbB2 (HER2)-positiven Brustkrebs nach Trastuzumab-Progress eingesetzt. Die Ergebnisse der Zulassungsstudie belegten dabei einen Vorteil in der Zeit bis zur Progression für das Gesamtkollektiv über alle Therapielinien. Eine beim ECCO / ESMO vorgestellte Subgruppenanalyse bestätigt nun, dass die Patientinnen vom Lapatinib-Einsatz in der Zweitlinie, direkt nach Versagen einer Trastuzumab-Therapie, am meisten profitieren.


Dr. Marcus Schlemmer im Gespräch
GIST: Therapieoptionen durch Sunitinib erweitert
Die letzten Jahre haben einen entscheidenden Fortschritt in der GIST-Therapie erbracht. Heute stehen hier sowohl für die 1st als auch für die 2nd-Line-Therapie zugelassene Behandlungsoptionen zur Verfügung. In der 1st-Line-Therapie ist 400 mg Imatinib zugelassen, das bei Fortschreiten der Erkrankung auf 800 mg erhöht werden kann. In der 2nd-Line ist Sunitinib zugelassen (50 mg 4/2 Schema). Neue Erkenntnisse zum Mutationstyp könnten zukünftig eine weitere Differenzierung in der Therapie ermöglichen.


Prof. Dr. Ortmann im Gespräch
Langzeit-Follow-up der IES-Studie bestätigt Überlebensvorteil mit Exemestan
Exemestan ist nach den Worten von Prof. Dr. Olaf Ortmann, Regensburg, in der adjuvanten Therapie des Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom effektiv und allgemein gut verträglich. Die aktuellen Follow-up-Daten aus der IES-Studie bestätigen, wie sehr die Patientinnen profitieren: Gesamtüberleben und rezidivfreies Überleben verbessern sich gegenüber Tamoxifen signifikant. Hier erörtert Prof. Ortmann als deutscher Vertreter des IES Steering Committees die Daten.


 

Kongressberichte
Hämatoonkologie
Metaanalyse belegt die Rolle von molekularen Therapien beim multiplen Myelom
Patienten mit multiplem Myelom sollen nach Möglichkeit eine Stammzelltransplantation erhalten. Ist diese nicht möglich, wird eine Chemotherapie eingesetzt, die auf der Kombination Melphalan und Prednison beruht. Inzwischen konnten aber, zum Beispiel durch Zugabe von Thalidomid oder Bortezomib bessere Ergebnisse erzielt werden.
Längere Rituximabtherapie zeigt anhaltenden Vorteil
Bei Patienten mit follikulärem Lymphom wurde eine Monotherapie mit Rituximab untersucht und verglichen ob eine anschließende Rituximab-Erhaltung bei den Respondern die Prognose weiter verbessern kann. Inzwischen liegen die Langzeitergebnisse knapp zehn Jahre nach der Randomisierung vor.
DLBCL: Kurzes Dosierungsintervall bei R-CHOP besser
Erstmals wurde in einer Studie bei asiatischen Patienten mit diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen (DLBCL) das R-CHOP-14-Schema (14 Tage Dosierungsintervall mit dem R-CHOP-21-Schema (21 Tage Dosierungsintervall) verglichen. Die Ergebnisse sprechen für das kürzere Dosierungsintervall.
Randomisierte Studie belegt hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Bendamustin
Ein direkter Vergleich von Bendamustin und Fludarabin bei Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie, die bereits ein Rezidiv erlitten haben, wurde bei der gemeinsamen Jahrestagung 2009 von ECCO (European Cancer Organisation) und ESMO (European Society for Medical Oncology) in Berlin präsentiert.


Gastrointestinale Tumoren
EGFR-Antikörper zur Erstlinientherapie des Kolorektalen Karzinoms: Unklare Rolle durch uneinheitliche Ergebnisse
Verbessert die Gabe von EGFR-Antikörpern tatsächlich die Erstlineintherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC), beim KRAS-Wildtyp? Auf dem Kongress ECCO 15 – ESMO 34 in Berlin vorgestellte Arbeiten mit Cetuximab und Panitumumab deuten darauf hin. In der größten Studie (COIN) aber zeigen EGFR-Antikörper kaum positive Effekte.
Capecitabin und Oxaliplatin (XELOX) sind in der adjuvanten Therapie gegenüber 5-FU/LV bei Stadium III CRC überlegen.
In Kombination mit Oxaliplatin ist Capecitabin der Therapie mit Fluorouracil/Leucovorin (5-FU/LV) bei der Behandlung des kolorektalen Karzinoms im Stadium 3 überlegen. So das Ergebnis einer auf dem Kongress ECCO 15 – ESMO 34 in Berlin vorgestellten Phase III-Studie, die über das krankheitsfreie Überleben von 1886 Patienten berichtet.
Positiver Effekt bei Gemcitabin-Therapie in Kombination mit Dalteparin oder Cisplatin
Bei der Therapie von Gallengangs- und Pankreaskarzinomen erweist sich eine Behandlung mit Gemcitabin allein als unterlegen gegenüber Kombinationstherapien zusammen mit Cisplatin (Gallenwegskarzinom) oder mit gewichtsadaptiertem Dalteparin (Pankreaskarzinom). So die Ergebnisse zweier auf dem Kongress ECCO 15 – ESMO 34 in Berlin vorgestellter Studien.
Angiogenese-Hemmer verbessern Therapie von Inselzelltumoren des Pankreas, Hinweise auf genetische Korrelation
Der Angiogenese-Hemmer Sunitinib verlängert bei der Therapie neuroendokriner Pankreastumoren das progressionsfreie Überleben, wie eine auf dem Kongress ECCO 15 – ESMO 34 vorgestellte Studie ergab. Eine weitere Arbeit zeigt genetische Korrelationen bei der Angiogenese metastasierender exokriner Pankreaskarzinome.


Mammakarzinom
Resektion des Primärtumors verbessert Überlebenschancen
Liegen bei Erstdiagnose des Mammakarzinoms bereits viszerale Metastasen vor, wird derzeit der Primärtumor nicht standardmäßig entfernt. Zwei auf dem ESMO vorgestellte Studien belegen jedoch erneut, dass die die lokale Kontrolle des Primärtumors mit einem besseren Überleben der Patientinnen assoziiert ist.
Goserelin schützt Ovarialfunktion nicht
Die deutsche ZORO-Studie konnte nachgewiesen, dass GnRH-Analoga wie Goserelin nicht zum Schutz der Ovarialfunktion bei (neo-)adjuvanter Chemotherapie geeignet sind.
Unterschiedliche Effekte von Tamoxifen und Exemestan auf kognitive Funktionen
Die TEAM-Studie untersuchte die Auswirkungen einer adjuvanten endokrinen Therapie auf die kognitiven Funktionen bei jüngeren und älteren Mammakarzinom-Patientinnen. Dabei zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen SERM und Aromataseinhibitor.
Vinorelbin als Kombinationspartner beim metastasierten Mammakarzinom
Zwei auf dem ECCO/ESMO präsentierte Studien untersuchten neue Kombinationen mit Vinorelbin. Zum einen wurden Capecitabin+Vinorelbin beim HER2-negativen Mammakarzinom untersucht, zum anderen die Kombination mit Evirolimus+Trastuzumab bei stark vorbehandelten Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs analysiert.


Bronchialkarzinom
NSCLC-Management in Europa
Die EPICLIN-Lung epidemiological study nimmt europaweit die Therapiestrategien bei NSCLC-Patienten unter die Lupe. Anhand der Ergebnisse können Rückschlüsse auf die klinischen Outcomes und die Nutzung therapeutischer Ressourcen gezogen werden.
EGFR-Mutationen haben große prognostische und prädiktive Bedeutung
Der Nachweis einer Mutation im EGFR-Gen erweist sich als wichtiger prädiktiver Marker – das gilt sowohl für Mutationen im Tumorgewebe wie im Serum. Die Möglichkeit, mithilfe des EGFR-Mutationsstatus das Ansprechen auf die Therapie vorherzusagen, ist ein immenser Fortschritt in der NSCLC-Therapie.
Prädikative Biomarker
Eine Reihe von Biomarkern, die an der Angiogenese beteiligt sind, können aussagekräftige Prädikatoren für die therapeutische Wirksamkeit darstellen.
Cisplatin versus Carboplatin
Beim Vergleich von Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin und Carboplatin in der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC bringt die Carboplatin-Kombination mehr gewünschte Ergebnisse. Davon können besonders Patienten ohne Plattenepithelkarzinom profitieren.



Aktualisiert am: 28.10.09 - 17:03
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