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Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österrreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie

DGHO 2009

 


 

Interviews und Kommentare

Kommentar Prof. Schneeweiss und Prof. Ko
Resistenzmechanismen beim ErbB2(HER2)-positiven Mammakarzinom überwinden
Resistenzmechanismen beim ErbB2(HER2)-positiven Mammakarzinom und die Möglichkeiten, sie zu umgehen, waren Thema eines Satellitensymposiums auf der diesjährigen Konferenz der DGHO in Mannheim. Im Mittelpunkt stand dabei das kleine Molekül Lapatinib. Prof. Dr. Ko (Bonn) und Prof. Dr. Schneeweiss (Heidelberg) kommentieren für Sie die aktuellen Entwicklungen.


Prof. Dr. Joachim Drevs im Gespräch
20 Jahre VEGF
VEGF, der „vascular endothelial growth factor“, wurde im Jahr 1989 entdeckt. Diese Entdeckung beflügelte die Angiogenese-Forschung und läutete eine beispiellose Entwicklung ein, die die Krebstherapie nachhaltig veränderte. Erstes und bislang wichtigstes Ergebnis dieser Entwicklung ist der VEGF-Antikörper Bevacizumab. Prof. Drevs, Freiburg, erörtert hier im Gespräch die Frage, wie dieses Molekül die Krebstherapie bisher beeinflusst hat und was für die Zukunft zu erwarten ist.


PD Dr. Stephan Kanzler im Gespräch
Individualisierte Therapie des mCRC
In der First-Line-Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms ist mit der Möglichkeit des Einsatzes von KRAS als prädiktiver Biomarker ein großer Schritt in Richtung individualisierte Therapie gemacht worden. Patienten mit KRAS-Wildtyp profitieren in der Crystal-Studie deutlich von einer Kombinationstherapie FOLFIRI + Cetuximab und zwar - wie ein kürzlich vorgestelltes Update der Studie zeigt - auch signifikant im Gesamtüberleben.


Prof. Dr. Matthias Weber im Gespräch
Neues zur zielgerichteten Therapie von neuroendokrinen Tumoren
Lange Zeit waren die Therapiemöglichkeiten bei neuroendokrinen Tumoren (NET) beschränkt auf symptomorientierte Therapie der funktionell aktiven NET oder zytostatische Therapie bei schnell proliferierenden Tumoren. Die Entdeckung der antiproliferativen Eigenschaften des Somatostatin-Analogons Octreotid LAR und viel versprechende Ergebnisse zum Einsatz von RAD001 bei chemorefraktärem pankreatischen NET öffnen neue Wege in der Therapie der NET.


Prof. Dr. Lothar Bergmann im Gespräch
Zweitlinien-Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms heute
Der mTOR-Inhibitor Everolimus wurde kürzlich zur Therapie des mRCC nach Progress unter einem Tyrosinkinase-Inhibitor zugelassen. Grundlage der Zulassung ist die RECORD-1 Studie, die für Everolimus im Vergleich zu Plazebo eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens um mehr als das Doppelte belegte. Prof. Bergmann erörtert hier die Daten und ihre Bedeutung für die Therapieoptionen beim fortgeschrittenen RCC.


 
 
Kongressberichte

Gastrointestinale Tumore
Phase-I-Studie belegt Aktivität beim Kolorektalkarzinom
Ein potenter Inhibitor von Rezeptor-Tyrosin- und Serin/Threonin-Kinasen hat sich bei therapierefraktären Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom als sehr aktiv erwiesen. Knapp 60% sprachen mit einer Remission oder Stabilisierung an.
Auch ältere Patienten profitieren von Dreierkombination
Auch ältere Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom können die effektive Tripeltherapie aus 5-Fluorouracil/Leukovorin, Oxaliplatin und Docetaxel (FLOT) erhalten. Im Vergleich zur Zweifachtherapie ohne das Taxan (FLO) lassen sich so die Ansprechraten bei akzeptabler Toxizität steigern.
Kein signifikanter Vorteil von Cetuximab bei Wildtyp-Patienten
Bei der überwiegenden Zahl aller Patienten mit Pankreaskrebs lassen sich KRAS-Mutationen im Tumorgewebe nachweisen. Anders als beim kolorektalen Karzinom bleibt ihre prädiktive Bedeutung bei einer Cetuximab-Therapie jedoch bislang unklar.
Enoxaparin verhindert Thromboembolien beim Pankreaskarzinom
Das hohe Thromboembolierisiko von Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom lässt sich durch eine Prophylaxe mit einem niedermolekularen Heparin (NMH) drastisch senken: Die Enoxaparin-Gabe parallel zur Chemotherapie führte ohne signifikante Blutungszunahme zu einer Risikoreduktion um rund zwei Drittel.


Hämatoonkologie
Hodgkin-Lymphom: Neue Standardtherapie für fortgeschrittene Stadien?
Mit der HD9-Studie wurde ein neuer Standard in der Therapie fortgeschrittener Hodgkin-Lymphome etabliert, nämlich ein dosiseskaliertes BEACOPP-Schema mit 8 Zyklen. Nun wurde in einer Nachfolgestudie untersucht, ob sich mit einer Therapie mit 4 Zyklen hochdosiertem BEACOPP gefolgt von 4 Zyklen der Standard-Dosierung gleichwertige Ergebnisse erzielen lassen und dabei Verbesserungen der Toxizität möglich sind.
Rituximab auch beim Mantelzell-Lymphom
Der Zusatz des CD-20-Antikörpers Rituximab zur Chemotherapie verbessert die Behandlungsergebnisse bei einigen Lymphom-Erkrankungen. Weniger gut nachgewiesen war der Nutzen der Immunochemotherapie bisher beim Mantelzell-Lymphom. Nun liegt eine neues Update einer Studie vor, in der R-CHOP und CHOP bei fortgeschrittenem Mantelzell-Lymphom verglichen wurden.
Hocheffektive Lymphom-Therapie auch bei HIV-Patienten möglich
Lymphom-Patienten, die zusätzlich HIV-infiziert sind, sind eine besondere Patientenklientel. Erste Ergebnisse einer multizentrischen prospektiven deutschen Beobachtungsstudie, in der möglichst alle Patienten mit HIV-assoziierten Lymphomen registriert werden sollen, wurden bei der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) veröffentlicht.
Second-Line-Therapie und autologe Stammzelltransplantation bei fortgeschrittenen follikulären Lymphomen
Nutzen und Verträglichkeit einer hochdosierten Chemotherapie plus anschließende Stammzelltransplantation nach Rezidiv bei Patienten mit fortgeschrittenem follikulärem Lymphom, bei denen noch keine Transplantation durchgeführt werden konnte, waren Gegenstand einer retrospektiven Analyse der German Low Grade Lymphoma Study Group (GLSG). Die Ergebnisse wurden bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie 2009 präsentiert.
Bestandteil aus grünem Tee hemmt Myelomzellen
Ein Bestandteil des Grüntees, Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), soll signifikante tumorsuppressive Eigenschaften haben. Bei der Jahrestagung der DGHO 2009 wurde eine In-vitro-Studie veröffentlicht, die zeigt, dass die Substanz dosisabhängig das Wachstum von Myelomzellen hemmen kann. Dabei reichte eine sehr niedrige Konzentration.
Bortezomib in der Induktionstherapie bei neu diagnostiziertem multiplem Myelom
Ziel insbesondere bei jüngeren Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom ist eine Induktionschemotherapie gefolgt von einer Hochdosis-Chemotherapie und eine autologe Stammzelltransplantation. In einer offenen prospektiven Studie an 36 deutschen Studienzentren wurde die Kombination Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason als Induktionschemotherapie bei Patienten bis zu 60 Jahren untersucht.
Ganzkörper-MRT bei asymptomatischem multiplem Myelom
Ob eine Ganzkörper-MRT die individuelle Risikoabschätzung bei Patienten mit asymptomatischer monoklonaler Plasmazellerkrankung verbessern kann, war Gegenstand einer bei der Jahrestagung der DGHO 2009 präsentierten Studie.


Mammakarzinom
State of the art in der adjuvanten Brustkrebstherapie
In zwei Vorträgen gaben Mitglieder der AGO-Kommission Mamma auf dem DGHO einen Überblick zu den derzeitigen Therapiestandards in der adjuvanten Brustkrebstherapie. Wir haben für Sie das Wichtigste zur endokrinen Therapie, zur Behandlung mit Bisphosphonaten, zu Chemotherapie und zur Behandlung HER2-positiver Tumoren zusammengefasst.
Pegyliertes liposomales Doxorubicin nach Anthrazyklinversagen wirksam
Pegyliertem liposomalem Doxorubicin (PLD) wird zunehmend beim metastasierten Mammakarzinom nach vorangegangener anthrazyklinhaltiger Chemotherapie eingesetzt. Eine auf dem DGHO vorgestellte Metaanalyse suchte nach Parametern, die die Effizienz von PLD beeinflussen.
Auch nach Progress gezielt gegen HER2 therapieren
Wie soll nach Progress unter Trastuzumab weiterbehandelt werden? Eine Studie analysierte die Effizienz des Antikörpers in multiplen Linien.



Aktualisiert am: 10.11.09 - 10:32
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