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2012 ASCO Annual Meeting

48. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology




Expertenrunden

Expertenrunde gastrointestinale Tumoren
Neues zu kolorektalen Tumoren, Magen- und Pankreaskarzinom
Prof. Florian Lordick, PD Dr. Helmut Oettle, Prof. Anke Reinacher-Schick und Prof. Thomas Seufferlein fassen aktuelle Studienergebnisse zusammen, die zum Thema gastrointestinale Tumoren auf dem diesjährigen 2012 ASCO Annual Meeting präsentiert wurden. Im Vordergrund standen kolorektale Tumoren, insbesondere der Umgang mit Resistenzen gegen VGF-Inhibitoren sowie die perioperativen FOLFOX-Therapie bei Lebermetastasen. Beim Magenkarzuinom diskutierten die Experten die zunehmende Bedeutung von c-MET-Inhibitoren und die Erstlinientherapie mit Panitumumab in der metastasierten Situation. Weitere Studien zu Pankreas- und Ösophaguskarzinom wurden in der Runde vorgestellt und erörtert.
Expertenrunde Gastrointestinale Tumoren
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Florian Lordick, Braunschweig
  • PD Dr. Helmut Oettle, Berlin
  • Prof. Anke Reinacher-Schick, Bochum
  • Prof. Thomas Seufferlein, Ulm



Expertenrunde Gynäkologische Tumoren
Aktuelles zu gynäkologischen Tumoren und zum Mammakarzinom
Die Experten Prof. Günter Emons, Prof. Nadia Harbeck, Prof. Christian Jackisch, Prof. Wolfgang Janni, Prof. Jalid Sehouli und Prof. Christoph Thomssen erörterten beim 2012 ASCO Annual Meeting in Chicago die aktuelle Datenlage. Die Themen reichten von der Bedeutung der personalisierten Therapie bei unterschiedlichen Tumoren über das Ovarial- und Vulvakarzinom bis hin zum Endometriumkarzinom. So liefern zwei retrospektive Studien neue Erkenntnisse zu Borderline-Tumoren des Ovars und zu Vulvakarzinomen. Weitere Studien bestätigen, dass Endometriumkarzinom-Patientinnen mit niedrigem Risiko keine Strahlentherapie und keine Lymphadenektomie erhalten sollten. Beim Mammakarzinom standen die Genomanalyse, der Nutzen von Lapatinib allein oder in Kombination mit Trastuzumab sowie Bisphosphonate und Knochengesundheit im Mittelpunkt. Zudem wurde die Phase-III-Studie EMILIA zur Wirksamkeit von T-DMI nach Trastuzumab-Versagen mit großem Interesse erwartet.
 
Expertenrunde Gynäkologie
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Günter Emons, Göttingen
  • Prof. Nadia Harbeck, München
  • Prof. Christian Jackisch, Offenbach
  • Prof. Wolfgang Janni, Düsseldorf
  • Prof. Jalid Sehouli, Berlin
  • Prof. Christoph Thomssen, Halle (Saale)



Expertenrunde Kopf-Hals-Tumoren
Kopf-Hals-Tumoren: Aktuelle Studiendaten
Direkt vom Krebskongress in Chicago berichten Prof. Andreas Dietz, Dr. Thomas Gauler, Dr. Viktor Grünwald und Prof. Ulrich Keilholz über die interessantesten Neuerungen bei Kopf-Hals-Tumoren. Im Vordergrund standen mögliche neue Therapiesequenzen und -kombinationen, die bei verbesserter Wirksamkeit für den Patienten weniger belastend sein könnten. Unter diesem Aspekt diskutierten die Experten eine platinfreie Radiochemo-Sequenz mit Mitomycin bei inoperablen Tumoren sowie die Induktionschemotherapie mit Cisplatin, 5-FU und Docetaxel. Als weitere Themen griffen die Experten neben neuen Substanzen auch die zunehmende Verbreitung von HPV-induzierten Tumoren sowie allgemeine Qualitätsstandards in der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren auf.
Expertenrunde Kopf-Hals-Tumoren
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Andreas Dietz, Leipzig
  • Dr. Thomas Gauler, Essen
  • Dr. Viktor Grünwald, Hannover
  • Prof. Ulrich Keilholz, Berlin



Expertenrunde Lungenkarzinom
Neue Substanzen, neue Targets, neue Herausforderungen
Zwei Studien zur Radio-Chemotherapie beim NSCLC und beim SCLC lieferten interessante Ergebnisse. Die Strategie einer Therapie auf Basis von Biomarkern entwickelt sich rasant weiter. So wurden mit der ROS1-Translokation und KIP5B-RET zwei neue therapeutisch relevante Targets identifiziert. Allmählich erweitert sich dieser Fokus auch auf das Plattenpithelkarzinom, bei dem ebenfalls über 50% genetische Veränderungen nachgewiesen werden können. Auch zu Tumoren mit K-RAS-Mutationen gibt es erste viel versprechende Therapieansätze. Vor diesem Hintergrund betonten die Experten eindringlich die Notwendigkeit einer Mutationstestung vor der Erstlinientherapie. Dies stelle nicht nur neue Anforderungen an die Diagnosetechniken, sondern erfordere auch den Aufbau spezialisierter Zentren. Rebiopsien müssten zukünftig Bestandteil des Monitorings sein, so die Experten.
Expertenrunde Lungenkarzinom
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Dr. Karl-Matthias Deppermann, Erfurt
  • Dr. Nicolas J. Dickgreber, Rheine 
  • Dr. Wilfried Eberhardt, Essen
  • Prof. Frank Griesinger, Oldenburg
  • Prof. Rudolf M. Huber, München
  • PD Dr. Martin Reck, Großhansdorf
  • Dr. Gerald Schmid-Bindert, Mannheim



Expertenrunde Nierenzellkarzinom
Viel Bewegung beim metastasierten Nierenzellkarzinom
Vor Ort in Chicago stellten RCC-Experten wichtige Daten vor. Durch die Entwicklung neuer potenter Substanzen wird das Therapiespektrum beim mRCC aufs Neue erweitert, wobei vor allem Tivozanib gute Ergebnisse lieferte. Erstmals wurde in der dazu präsentierten Phase-III-Studie ein TKI mit einer aktiven Substanz verglichen. Ob Sorafenib dabei die günstigste Wahl war, gab ebenso wie andere Aspekte des Studiendesigns Anlass für viel Diskussion. Innovativ ist auch Cabozantinib, das mit c-Met zum ersten Mal ein ganz neues Target adressiert. Interessanterweise scheint auch die Immuntherapie wieder Aufwind zu bekommen. Für Gesprächsstoff sorgte auch die PISCES-Studie, in der mRCC-Patienten nach ihrer Präferenz für Pazopanib vs. Sunitinib befragt wurden. Die Experten betonten, dass es sich bei dem recht deutlichen Votum für Pazopanib um eine subjektive Einschätzung handelt, die erst in der Zusammenschau mit dem erwarteten Effektivitätsvergleich der beiden Substanzen in der COMPARZ-Studie bewertet werden kann.
Expertenrunde Nierenzellkarzinom
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Lothar Bergmann, Frankfurt/M.
  • Dr. Viktor Grünwald, Hannover
  • Prof. Jürgen Gschwend, München
  • Prof. Kurt Miller, Berlin



Expertenrunde Uroonkologie
Aktuelles zu Uroonkologischen Tumoren ohne Nierenzellkarzinom
Auf dem diesjährigen 2012 ASCO Annual Meeting in Chicago diskutierten Prof. Jürgen Gschwend, Prof. Kurt Miller, Prof. Mark Schrader und Prof. Manfred P. Wirth aktuelle Daten zu uroonkologischen Tumoren ohne Nierenzellkarzinom. Sie stellten vier Studien zum Hodentumor vor. Ergänzend sprachen sie zwei Studien zur zielgerichteten Therapie beim Harnblasenkarzinom an. Darüber hinaus spielte das Prostatakarzinom eine zentrale Rolle. Hier wurden beispielsweise die Daten der Langzeit-Phase-III-Studie SWOG 9346 mit großem Interesse erwartet, die die intermittierende Hormontherapie beim mPCa untersucht hat. Des Weiteren wurden Daten zur Firstline-Therapie mit Abirateron beim mCRPC und zu neuen Wirkstoffen wie MDV3100 und Alpharadin vorgestellt.
Expertenrunde Urologische Tumoren
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Jürgen Gschwend, München
  • Prof. Kurt Miller, Berlin
  • Prof. Mark Schrader, Ulm
  • Prof. Manfred P. Wirth, Dresden



Experteninterviews
Indolente Lymphome: deutlicher Überlebensvorteil durch Bendamustin
Prof. Mathias J. Rummel stellt im Interview aktuelle Ergebnisse der NHL1-2003- Studie zur Firstline-Therapie von indolenten Lymphomen vor. Die Kombination aus Bendamustin und Rituximab beeindruckt demnach im Vergleich mit dem Standard CHOP-R vor allem durch eine signifikante Verlängerung der progressionsfreien Zeit. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse wurden die neuen Daten sowohl im Rahmen der Plenarsitzung des 2012 ASCO Annual Meeting präsentiert als auch in die offizielle Pressekonferenz aufgenommen.
Highlights der Pfizer-Forschung: Praxisrelevante Daten zu RCC und NSCLC
Dr. Daniel Kalanovic, Medical Director von Pfizer-Oncology Deutschland, stellt Forschungsschwerpunkte vor, die auf dem 2012 ASCO Annual Meeting präsentiert wurden. Insbesondere beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) und beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) konnten wichtige Fortschritte erzielt werden. Zusammen mit neuen Daten zur Hämatologie wird die Breite der onkologischen Forschung von Pfizer deutlich.
Neue Erkenntnisse bei kolorektalen Tumoren und Analkarzinom
Prof. Manfred Lutz, Saarbrücken, fasst die wichtigsten Daten zusammen, die auf dem 2012 ASCO Annual Meeting zu GI-Tumoren vorgestellt wurden. Dazu zählen mehrere Studien mit VEGF-Hemmern beim kolorektalen Karzinom, deren überzeugende Ergebnisse die Frage aufwerfen, an welcher Stelle der Therapiesequenz die Inhibitoren zukünftig einzusetzen sind. Beim Analkarzinom wurde über den richtigen Zeitpunkt zur Beurteilung des Ansprechens auf die Radiochemotherapie diskutiert. Ein weiteres großes Kongress-Thema waren prädiktive Faktoren zur Patientenselektion bei verschiedenen gastrointestinalen Entitäten.
mCRC: Cetuximab verbessert Überleben bei Patienten aller Risikogruppen
Eine aktuelle Analyse der CRYSTAL- und OPUS-Studiendaten, die auf dem 2012 ASCO Annual Meeting präsentiert wurde, zeigte, dass die Gabe von Cetuximab zusätzlich zur Chemotherapie bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom unabhängig von ihrem Risikoscore die Überlebenszeit verlängern kann. Besonders profitieren offenbar aber Patienten mit einem höheren Risiko. Im Interview spricht Prof. Carsten Bokemeyer, Hamburg, über diese Studienergebnisse und ihre klinische Bedeutung. Zudem geht u.a. er auf die Ergebnisse der TML-Studie ein, in der Bevacizumab als Zweitlinientherapie überprüft wurde und schätzt ihre klinische Relevanz ein.
Quantensprung beim Pankreaskarzinom
Prof. Wolff Schmiegel berichtet über neue Erkenntnisse zu Magen- und Pankreaskarzinomen sowie kolorektalen Tumoren. Beim metastasierten Pankreaskarzinom bestätigte sich in der Nachbeobachtung der deutliche Überlebensvorteil unter dem FOLFIRINOX-Protokoll. Die REAL-3-Studie zum Magenkarzinom führte zu einem negativen Ergebnis. Neue Hoffnungen ruhen aber auf der EXPAND-Studie, die dasselbe Target mit einem anderen Antikörper angeht. Für Patienten Darmkrebspatienten scheint Regorafenib eine Option nach Versagen der Standardtherapien zu sein.
Immunmodulatoren und zielgerichtete Therapien am Start
Prof. Jürgen Becker, Graz, gibt einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand in der Melanom-Therapie. Als besonders bemerkenswert stellt der Experte die Renaissance der Immuntherapeutika heraus. Neben der bereits zugelassenen Substanz Ipilimumab befinden sich weitere kombinierbare Wirkstoffe in der klinischen Prüfung. Eine rasante Entwicklung nehmen derzeit zielgerichtete Therapien, sodass neben Vemurafenib und MEK-Inhibitoren zukünftig auch mit Therapeutika für BRAF-Wildtypen gerechnet werden darf.
Weitere Fortschritte in der palliativen Therapie
Dr. Karl-Matthias Deppermann berichtet über die interessantesten Daten zum Lungenkarzinom. Insbesondere in der palliativen Situation des NSCLC bietet die zunehmende Kenntnis um Mutationen Potenzial für neue Therapeutika. Intensiv diskutiert wurde auf dem Kongress auch die mögliche Einführung eines flächendeckenden CT-Screenings für definierte Risikogruppen. Studien zufolge können derartige Reihenuntersuchungen die Mortalitätsrate signifikant deutlicher senken als herkömmliche Röntgen-Screenings.
Spannende Daten zum Prostata- und zum Nierenzellkarzinom
Prof. Kurt Miller, Berlin, berichtet über praxisrelevante Studien, die beim 2012 ASCO Annual Meeting vorgestellt wurden. Beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom (Pca) zeigte Abirateron gegenüber Chemotherapie einen Vorteil beim PFS und beim Gesamtüberleben. Überraschend war die Unterlegenheit der intermittierenden gegenüber der kontinuierlichen Androgenblockade beim metastasierten PCa. Beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom erwies sich Tivozanib in einer Phase-III-Studie als sehr effektive und gut verträgliche neue Option. Für Spannung sorgte auch die PISCES-Studie, in der erstmals die Patientenpräferenz zwischen Sunitinib und Pazopanib evaluiert wurde.




Kongressberichte

Hautkrebs
Neue Therapien beim Melanom mit BRAF-Wildtyp
Die Einführung von Vemurafenib in die Therapie von BRAF-mutierten Melanomen war ein Meilenstein in der Melanombehandlung. Bei der Mehrzahl der Patienten - etwa 60% - liegt das BRAF-Gen jedoch nicht mutiert (BRAF-Wildtyp) vor. Daher ist die Identifizierung von zusätzlichen potenziellen Behandlungsoptionen neben der Immuntherapie für diese Gruppe von besonderem Interesse. Auf dem 2012 ASCO Annual Meeting in Chicago gab es dazu mehrere Posterpräsentation, von denen wir drei, aus unserer Sicht besonders spannende Studien, herausgreifen möchten.
Aktuelle Entwicklungen beim nicht BRAF-mutierten Melanom
Endlich ist Bewegung in die Behandlung des malignen Melanoms im Stadium IV gekommen, zumindest sofern es sich um eine Tumor mit aktivierenden Mutationen des BRAF-Gens handelt. Dies ist bei etwa 40% aller Melanom-Patienten der Fall. Nachdem die Therapie mit dem selektiven BRAF-Inhibitor Vemurafenib inzwischen seit der Zulassung im Februar 2012 vielfach eingesetzt wird, wurden nun auf dem diesjährigen 2012 ASCO Annual Meeting mit Dabrafenib und Trametinib zwei weitere klinisch effektive Inhibitoren der mitogenen Kaskade vorgestellt, die mit hervorragenden Ergebnissen aufwarten können und sich auch als Kombinationspartner anbieten.
Merkelzellkarzinom im Visier der Forschung
Das Merkelzellkarzinom (MCC) ist ein seltener Tumor der Haut, der jedoch seit seiner Erstbeschreibung von Toker im Jahr 1972 eine stetige und rapide Zunahme der Inzidenz zeigt und dem aufgrund seiner hohen Malignität besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Auf dem 2012 ASCO Annual Meeting in Chicago wurden drei MCC-Studien zu folgenden Themen präsentiert: Rolle des Immunstatus für die Prognose, Wertigkeit der mit dem Merkelzellkarzinom noch weniger erforschten PET-Untersuchung, sowie ein neuer Therapieansatz beim MCC.


Lungenkarzinom
Bislang längstes Gesamtüberleben bestätigt Effektivität der TKI-Therapie
Beim 2012 ASCO Annual Meeting wurden neue Studienergebnisse zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) präsentiert. Zwar konnte beim Gesamtüberleben wegen des ethisch gebotenen Crossovers in keiner Studie ein Unterschied zur Chemotherapie nachgewiesen werden. Jedoch belegen Überlebenszeiten von über 30 Monaten eindrucksvoll die Effektivität von TKI, wobei in der Gefitinib-Studie WJTOG 3505 die bislang längsten Überlebenszeiten beobachtet wurden.
Späterer Beginn einer simultanen Radiochemotherapie beim SCLC ohne Wirksamkeitsverlust
Eine erst mit dem dritten Chemotherapie-Zyklus begonnene simultane Radiotherapie beim begrenzten SCLC hat keinen negativen Einfluss auf die Effektivität der Behandlung, reduziert aber signifikant das Auftreten febriler Neutropenien.
ROS1 als neues Target beim NSCLC
Das Onkogen ROS1 hat sich als neue Zielstruktur für die Therapie des NSCLC erwiesen. Crizotinib, ein Inhibitor von c-MET, ALK1 und ROS1, zeigte in einer Phase-I-Studie eine gute klinische Aktivität bei Patienten mit ROS1-Translokation.
Doublet-Chemotherapie für NSCLC-Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand
NSCLC-Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand wurden bisher vorwiegend monotherapeutisch behandelt. Eine Studie belegte nun Überlebensvorteile für eine Doublet-Chemotherapie mit Carboplatin/Pemetrexed auch in diesem Kollektiv bei gleichzeitig akzeptabler Toxizität.
Neue Immuntherapie mit Antikörper BMS-936558 beim NSCLC
Der monoklonale Antikörper BMS-936558 blockiert den PD1-Rezeptor, der die antitumorale Aktivität von T-Zellen hemmt. In einer Phase-I-Studie beim stark vorbehandelten fortgeschrittenen NSCLC erbrachte eine Therapie mit der neuen zielgerichteten Substanz Ansprechraten von 18%.
PARAMOUNT Studie: Überlebensvorteil für Erhaltungstherapie beim NSCLC
Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, die auf eine Induktionstherapie mit Pemetrexed/Cisplatin angesprochen haben, profitieren von einer Pemetrexed-Maintenance mit einer Reduktion des Sterberisikos von 22%.
Afatinib verdoppelt PFS beim NSCLC
Afatinib, ein Tyrosinkinase-Inhibitor der zweiten Generation, hat bei NSCLC-Patienten mit aktivierenden Mutationen des EGFR im Vergleich zu einer Chemotherapie mit Pemetrexed/Cisplatin das progressionsfreie Überleben nahezu verdoppeln können, so das Ergebnis der LUX Lung3-Studie.


Maligner Aszites
Erfahrungen und aktuelle Experten-Empfehlungen zu Catumaxomab
Catumaxomab ist seit drei Jahren zur Therapie von malignem Aszites zugelassen. Am Rande des 2012 ASCO Annual Meeting in Chicago diskutierten Experten auf einem internationalen Meeting ihre Erfahrungen mit Catumaxomab. Unter Leitung von Prof. Florian Lordick und Prof. Jalid Sehouli wurden bei dem internationalen Expertenmeeting wichtige Kriterien für die Catumaxomab-Therapie diskutiert und definiert, die im Videointerview kommentiert und zusammen gefasst werden.


Mammakarzinom
HER2-positives metastasiertes Mammakarzinom: Viele Patientinnen profitieren von Lapatinib
Auch in diesem Jahr wurden auf dem weltweit größten onkologischen Kongress, dem amerikanischen Krebskongress (ASCO), interessante Daten zum HER2-positiven metastasierten Mammakarzinom vorgestellt. Eine Reihe der Studien untersuchte einzelne Wirkstoffe oder Kombinationen von Substanzen, die sich bislang noch in der Entwicklung befinden und daher für die Standardtherapie derzeit noch nicht zur Verfügung stehen. Wichtig ist es nun, die Implikationen für den klinischen Alltag zu beleuchten und den Zusammenhang mit den bereits in der Therapie etablierten Substanzen herzustellen. Eines dieser bereits zugelassenen Medikamente ist Lapatinib. Es spielt sowohl in der Erst- als auch in der Zeitlinientherapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms eine wichtige Rolle.
Neuentwicklungen und die Optimierung von Bewährtem beim Mammakarzinom
Nach der Begeisterung und Hoffnung der letzten Jahre wurden diesmal auf dem 2012 ASCO Annual Meeting zum Mammakarzinom auch einige eher ernüchternde Ergebnisse vorgestellt. Es zeigte sich, dass in vielen Fällen die zielgerichtete Therapie schwieriger umzusetzen ist als ursprünglich erwartet. Mit positiven Ergebnissen konnte eine Studie zu TDM-1 beim HER2-positiven Brustkrebs aufwarten. Weitere interessante Daten sind in einem Überblick zusammengefasst.
Neues zum Mammakarzinom
PD Dr. Diana Lüftner stellt im Interview die aus ihrer Sicht interessantesten Daten vom 2012 ASCO Annual Meeting und vom Senologiekongress 2012 vor. So ist der adjuvante Einsatz von Taxanen bei nodalnegativen Hochrisiko-Mammakarzinomen mit Vorteilen verbunden. Zudem geht Dr. Lüftner auf die neue Substanzgruppe der P13K-Inhibitoren ein, deren in früheren Studien belegte Wirksamkeit bestätigt wurde. Im Weiteren berichtet die Expertin über neue Erkenntnisse zur Kontrolle des Therapieansprechens mit funktioneller MRT und PET. Daneben geht sie auf die Sequenz von bald vier verfügbaren Anti-Her2/neu-Substanzen ein, die auf dem Senologiekongress diskutiert wurde.
MA.31-Studie: 1stine Lapatinib keine vielversprechende Alternative zu Trastuzumab
Lapatinib hat sich im direkten Vergleich zu Trastuzumab in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms als signifikant unterlegen erwiesen. Jeweils in Kombination mit einem Taxan eingesetzt, erreichten Patientinnen mit dem Antikörper ein um 3 Monate längeres progressionsfreies Überleben als Patientinnen, die den Tyrosinkinaseinhibitor erhielten.
Wöchentliches Paclitaxel mit guten Ergebnissen in Adjuvanz und Palliation
Die dosisdichte, wöchentliche Therapie mit Paclitaxel hat erneut ihren ausgezeichneten therapeutischen Index nachgewiesen. Zwei auf dem 2012 ASCO Annual Meeting vorgestellte Studien zeigen eine hohe Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit sowohl beim frühen als auch beim fortgeschrittenen Mammakarzinom.
Kombination Lapatinib+Trastuzumab ist neoadjuvant kaum effektiver als Einzelsubstanzen
In der NSABP-41-Studie wurden Lapatinib und Trastuzumab einzeln und in Kombination auf Basis einer taxanhaltigen Chemotherapie als neoadjuvante Behandlung verglichen. Die Rate an pathologischen Komplettremissionen lag jeweils über 50%, doch ergaben sich nur numerische Vorteile für die duale Blockade bei gleichzeitig erhöhter Toxizität.
PI3-Kinase als Target neuer Therapien beim fortgeschrittenen Mammakarzinom
Der PI3K-Signalweg als Target neuer zielgerichteter Ansätze beim fortgeschrittenen Mammakarzinom und die Bedeutung von PIK3CA-Mutationen standen im Fokus mehrerer auf dem 2012 ASCO Annual Meeting vorgestellter Analysen.
T-DM1 hochaktiv nach Trastuzumab-Versagen
Das Immunkonjugat T-DM1 war bei Mammakarzinom-Patientinnen, die bereits mit Trastuzumab und Taxanen vorbehandelt waren, einer Therapie mit Lapatinib/Capecitabin in der metastasierten Situation signifikant überlegen und verlängerte das progressionsfreie Überleben um mehr als drei Monate bei gleichzeitig geringeren Nebenwirkungen.


Gastrointestinale Tumoren
Gastrointestinaltrakt: Sorafenib und Regorafenib im Fokus
Tumoren des Magen-Darm-Trakts waren ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology 2012. So zeigte sich z.B., dass Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom trotz Progression unter Sorafenib erneut von dem Multikinaseinhibitor profitieren können, wenn sie eine Kombination aus Sorafenib und Resminostat erhalten, einem oralen HDAC-Inhibitor. Daneben stellten Wissenschaftler viel versprechende Resultate aus Phase-III-Studien mit der neuen Substanz Regorafenib bei gastrointestinalen Stromatumoren und beim metastasierten kolorektalen Karzinom vor.
Neue Perspektiven für eine bessere individuelle Erstlinientherapie
Die Behandlungsergebnisse bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom bei KRAS-Wildtyp-Patienten können aktuell vor allem durch eine zunehmende Individualisierung und Personalisierung der Therapie verbessert werden. Voraussetzung dafür ist die Kenntnis prognostischer und prädiktiver Marker. Aktuelle Daten zur Therapie mit dem EGFR-Hemmer Cetuximab und neue prognostische Aspekte wurden von Prof. Dr. Claus-Henning Köhne, Oldenburg, Prof. Julien Taïeb, Paris, Frankreich und Prof. Eric Van Cutsem, Leuven, Belgien, beim 2012 ASCO Annual Meeting im Rahmen eines Roundtable diskutiert.
Regorafenib zeigt gute Aktivität bei Patienten mit therapierefraktärem mCRC
Der neue Multikinase-Inhibitor Regorafenib verlängert bei Patienten nach Versagen sämtlicher Therapieoptionen Gesamt- und progressionsfreies Überleben.
Keine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens durch perioperative FOLFOX-Gabe bei mCRC-Patienten mit Lebermetastasenresektion
mCRC-Patienten mit stattgehabter Lebermetastasenresektion profitieren beim PFS von einer perioperativen Chemotherapie. Die finalen Ergebnisse nach 8,5-jährigen Follow-up der EORTC 40983-Studie zeigen jedoch, dass beim Gesamtüberleben der Vorteil nicht mehr signifikant ist.
Fortführung der Bevacizumab-Gabe nach erstem Progress verlängert OS und PFS bei mCRC-Patienten
In einer ersten großen Phase-III-Studie mit 820 mCRC-Patienten konnte gezeigt werden, dass die Patienten von einer fortgeführten Bevacizumab-Therapie über den Progress hinaus profitieren.
Positive Phase-II-Ergebnisse für Tivantinib bei hepatozellulärem Karzinom (HCC)
Die c-MET-Rezeptor-Tyrosinkinase ist an der Tumorzellmigration, -invasion, -proliferation und -angiogenese beim HCC beteiligt. Ihre Hemmung durch Tivantinib zeigte erfolgversprechende Ergebnisse in einer Phase-II-Studie, die nun in Phase III bestätigt werden müssen.
Negativ-Studie für Panitumumab in der Therapie des Magenkarzinoms
27 bis 50% der Adenokarzinome des Magens überexprimieren den EGF-Rezeptor, dies lässt ihn daher als sinnvolles Therapieziel erscheinen. Der ergänzende Einsatz des EGFR-Antikörpers Panitumumab zur Standardbehandlung EOC (Epirubicin, Oxaliplatin, Capecitabin) erwies sich jedoch als Nachteil.
Paclitaxel - neue Alternative für die Second-Line-Therapie des Magenkarzinoms
In einer Phase-III-Studie konnte gezeigt werden, dass Paclitaxel in der Zweitlinien-Therapie des fortgeschrittenen Magenkarzinoms effektiv ist. Es bietet damit eine Option zu den etablierten Behandlungsregimes mit Docetaxel oder Irinotecan.
Radiochemotherapie des Ösophaguskarzinoms sicherer mit FOLFOX als mit Cisplatin + 5-FU
Die finalen Ergebnisse der Phase-III-Studie PRODIGE5/ACCORD17 belegen, dass die Radiochemotherapie mit FOLFOX der herkömmlichen Radiochemotherapie mit Cisplatin+5-FU bei gleicher Effizienz bzgl. Therapiesicherheit überlegen ist. FOLFOX ersetzt damit den alten Standard.


Hämatologische Tumoren
Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom: Ältere Patienten profitieren im Rituximab-Zeitalter nicht von einer dosisdichteren Therapie
Obwohl CHOP-14 gegenüber CHOP-21 die Ergebnisse bei älteren Patienten mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) verbesserte, zeigt nach der englischen Cunningham-Studie nun bereits die zweite Phase-III-Studie keine Überlegenheit  des dosisdichten R-CHOP-14 gegenüber R-CHOP-21. Dr. Richard Delarue von der französischen GELA-Studiengruppe stellte in Chicago die finalen Ergebnisse der LNH03-6B-Studie mit einer Beobachtungszeit von median 56 Monaten vor.
Bendamustin wird neue Option beim indolenten Lymphom
Die Kombination mit Bendamustin und Rituximab (B-R) verlängerte bei Patienten mit indolenten oder Mantelzell-Lymphomen signifikant das progressionsfreie Überleben (PFS) und war besser verträglich als der bisherige Standard CHOP-R. Dies zeigen die auf dem 2012 ASCO Annual Meeting erstmals vorgestellten Langzeitdaten der StiL NHL1-Studie [1]. Damit wird die Zwischenauswertung von 2009 bestätigt [2]. Die Studie wurde vom wissenschaftlichen Komitee der 2012 ASCO Annual Meeting als „Best Abstract“ ausgezeichnet und zusammen mit drei weiteren herausragenden Arbeiten im Plenum des 2012 ASCO Annual Meeting präsentiert.
Hodgkin-Lymphom: BEACOPP und ABVD im Langzeitverlauf ebenbürtig?
Bei Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom wird die optimale Standardtherapie noch kontrovers diskutiert. Während in den USA primär das mildere ABVD-Regime bevorzugt wird, setzt die Deutsche Hodgkin Studiengruppe (DHSG) – basierend auf den Ergebnissen der HD-9-Studie – von Beginn an auf das intensivere BEACOPP-Schema, wobei letzteres aufgrund der Toxizität nicht unumstritten ist. Eine auf dem 2012 ASCO Annual Meeting erstmals vorgestellte EORTC-Studie zum Vergleich beider Therapiestrategien wirft erneut die Frage auf, welches Vorgehen auf lange Sicht für Patienten mit fortgeschrittener  Erkrankung am besten ist.


Urogenitaltumoren
Prostatakarzinom: Neue Entwicklungen im metastasierten Stadium
Beim metastasierten Prostatakarzinom konnten in letzter Zeit enorme Fortschritte erzielt werden, die auch beim 2012 ASCO Annual Meeting eine wichtige Rolle spielten. So wurde eine Studie zur intermittierenden Androgendeprivation mit großem Interesse erwartet. Zudem gab es neue Daten zu Abirateronacetat, das die Prognose von Männern im kastrastationsresistenten Stadium erheblich verbessert hat.
COU-AA-302: Vorteil durch Abirateron auch beim chemonaiven mCRPC
Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) profitieren auch bei frühzeitigem Einsatz von Abirateron, wie die Interimsanalyse einer randomisierten Phase-III-Studie zeigte. Zudem lässt sich auf diese Weise der Beginn der Chemotherapie signifikant hinauszögern.
Sorafenib und Alpharadin bei urogenitalen Tumoren
Bei einer Reihe von Postern und Veranstaltungen standen Tumore des Urogenitaltraktes im Mittelpunkt. So untermauern aktuelle Daten die gute Wirksamkeit von Sorafenib beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom. Darüber hinaus bestätigt eine Update-Analyse der ALSYMPCA-Studie, dass Männer mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen signifikant von einer Behandlung mit dem Entwicklungspräparat Alpharadin profitieren.
Intermittierende Androgenblockade beim metastasierten Prostatakarzinom
Bislang galten kontinuierliche und intermittierende Androgendeprivation hinsichtlich der Effektivität beim hormonsensiblen Prostatakarzinom als gleichwertig. Eine auf dem 2012 ASCO Annual Meeting vorgestellte Studie, die erstmals ausschließlich Patienten in der metastasierten Situation einschloss, hatte die Nicht-Unterlegenheit des pausierenden Regimes zum Ziel und kam zu überraschenden Ergebnissen.
mRCC-Patienten bevorzugen Pazopanib gegenüber Sunitinib
In einer doppelblinden, randomisierten Studie konnten Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) entscheiden, mit welchem der beiden Medikamente aus ihrer Therapie - Sunitinib oder Pazopanib - sie ihre Behandlung fortsetzen würden. Das Votum fiel überraschend eindeutig aus: 70% wählten Pazopanib.
Tivozanib verbessert gegenüber Sorafenib PFS und Ansprechraten bei RCC-Patienten
Eine Phase-III-Studie untersuchte den Einsatz von Tivozanib vs. Sorafenib bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) ohne VEGFR- oder mTOR-Vortherapie. Dabei war Tivozanib bzgl. progressionsfreien Überlebens (PFS) und Ansprechraten Sorafenib überlegen.


Bildergalerie Expertenrunden



Aktualisiert am: 24.10.12 - 8:45



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