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ADO 2012

22. Deutscher Hautkrebskongress der ADO


Expertenrunde Malignes Melanom
Neue S3-Leitlinie bietet Unterstützung für die klinische Praxis
Durch neue Substanzen konnten insbesondere beim metastasierten malignen Melanom Fortschritte erzielt werden. So bestätigten Langzeitdaten den Nutzen von Verumafenib in der metastasierten Situation. Über 80% der Patienten profitieren von dem BRAF-Inhibitor mit einem Ansprechen oder einer Krankheitsstabilisierung. Die zielgerichtete Strategie wird auch in laufenden und künftigen Studien weiterverfolgt. Besonders in Hinblick auf die Resistenzbildung erscheint beispielsweise die Kombination von MEK-und BRAF-Inhibitoren spannend. In diesem Zusammenhang betonten die Experten, wie wichtig der Aufbau von Biobanken für Hauttumore ist. Die neue S3-Leitlinie, die in Kürze publiziert wird, enthält neben praxisrelevanten Änderungen auch bereits Hinweise zur Mutationstestung bei Hochrisikopatienten.

Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Jürgen Becker, Graz
  • Prof. Carola Berking, München
  • Prof. Ralf Gutzmer, Hannover
  • Prof. Roland Kaufmann, Frankfurt/M.
  • Prof. Dirk Schadendorf, Essen



Ipilimumab und Vemurafenib nur der erste Schritt
Prof. Jürgen Becker, Graz, sieht mittelfristig in der Behandlung des Melanoms eine Perspektive für die Kombinationen von zielgerichteten und Immuntherapien. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses beim fortgeschrittenen Basalzellkarzinom stehen dem Experten zufolge Hedghog-Pathway-Inhibitoren. Mit Vismodegib ist ein erster Vertreter dieser Stoffklasse in den USA bereits zugelassen. Auch in der Therapie des Plattenepithelkarzinoms scheint eine kombinierte Strategie, hier Chemotherapien und EGF-Rezeptor-Inhibitoren, das Ansprechen deutlich zu verbessern. Auswertungen zum Hautkrebs-Screening lassen bereits jetzt zwei Effekte erkennen: Es werden mehr Tumoren entdeckt und die Mortalitätsrate von Melanom-Patienten kann gesenkt werden.


Ipilimumab beim fortgeschrittenen Melanom
Immunmodulator bietet erstmals einen langfristigen Überlebensvorteil für vorbehandelte Patienten
Der Anti-CTLA-4-Antikörper Ipilimumab hat gezeigt, dass eine Immuntherapie das Gesamtüberleben von vorbehandelten Patienten signifikant verbessern kann und steht somit für den Anbruch einer neuen Ära in der Therapie des malignen Melanoms. Ein Jahr nach der Zulassung hat sich Ipilimumab in der klinischen Praxis bewährt und hält mit höchstem Empfehlungsgrad Einzug in die S3-Leitlinie zum kutanen malignen Melanom.


BRAF-Inhibitoren beim Melanom
Seltene Nebenwirkungen von Vemurafenib
Die bislang bekannten Nebenwirkungen von mutations-selektiven BRAF-Inhibitoren sind bei aufmerksamer Beobachtung in den meisten Fällen gut beherrschbar. Auf dem Deutschen Hautkrebskongress 2012 der ADO beschrieben nun mehrere Referenten Fälle von bislang kaum in Erscheinung getretenen Reaktionen mit schwerwiegenden Verläufen, die zudem meistens erst mehrere Wochen nach Erstexposition auftraten.


Nachsorgeaufwand und dessen Nutzen beim Melanom
Zwischenerhebung gibt Auskunft über die Versorgungsrealität
Ein Projekt zur Qualitätssicherung beim Melanom erhob zwei Jahre nach Erstdiagnose neben aktuellen Daten zum Patientenstatus auch Informationen über die in der Nachsorge erfolgte Ausbreitungsdiagnostik, die Progressionsrate sowie verabreichte medikamentöse Therapien. Nicht in allen Punkten stimmten die ergriffenen Maßnahmen mit den Empfehlungen der zum Zeitpunkt gültigen Leitlinie überein, wie eine deutsche Forschergruppe auf dem Deutschen Hautkrebskongress 2012 darlegte.


Vemurafenib verbessert Langzeitüberleben
Signifikante Überlebensvorteile durch Vemurafenib beim metastasierten Melanom
Patienten mit BRAF-mutiertem nicht resezierbarem Melanom im Stadium IIIC oder IV profitieren durch die Erstlinientherapie mit Vemurafenib in mehrfacher Hinsicht: Wie das aktuelle Update der Zulassungsstudie BRIM 3 zeigen konnte, ergibt sich ein bislang in dieser Indikation unerreichtes Gesamtüberleben von median 13,6 Monaten gegenüber der Standardtherapie mit Dacarbazin (9,7 Monate). Auch das Progressionsrisiko lag mit 62% deutlich niedriger als im Kontrollarm. Experten empfehlen deshalb eine validierte Mutationstestung bei jedem neudiagnostizierten malignen Melanom.


Kongressvorschau
Das Melanom als Modelltumor
Prof. Ralf Gutzmer betont die breite Themenpalette des kommenden 22. Deutschen Hautkrebskongress der ADO vom 13.-15. September 2012 in Hannover:
Im Vordergrund stehen neue Substanzen und Immuntherapien, aufgrund derer das fortgeschrittene Melanom sich von einem unheilbaren zu einem therapierbaren Tumor wandeln könnte. Neben zielgerichteten Therapien beim Basalzellkarzinom werden neue ambulante Behandlungsoptionen für Aktinische Keratosen diskutiert. Mit Blick auf das Ende des Pilotprojekts Hautkrebsscreening im kommenden Jahr wird sich eine Plenarsitzung rückblickend mit der Kosten-Nutzen-Relation beschäftigen.


Vemurafenib – Zielgerichtete Therapie bei malignem Melanom
Bei etwa 40-50% alle Patienten mit malignem Melanom liegt eine BRAF-V600-Mutation vor, die mit exzessivem Zellwachstum assoziiert ist. Die Einführung von Vemurafenib Anfang des Jahres in die Therapie von BRAF-mutierten Melanomen bedeutet für diese Patienten eine entscheidende Verbesserung der Prognose, vor allem im Hinblick auf das Gesamtüberleben. Auf der ADO-Jahrestagung wird im Rahmen eines Satellitensymposiums über BRAF-Mutation und Testung bei malignem Melanom, Studien-Updates und Umgang mit Nebenwirkungen unter Vemurafenib informiert.



Aktualisiert am: 19.03.13 - 16:01



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